Afrikanisch-Europäische Inspiration / Pädakondji (Togo) 1992



Grußwort des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen

Quid novi ex Africa?" fragten schon sprichwörtlich die Römer,
doch auch sie haben sich weniger für die afrikanische Kultur
als vielmehr für die eigenen Aktivitäten
auf diesem Kontinent interessiert.

Dieser Mangel an Sensibilität und die fehlende Bereitschaft,
von afrikanischer Kultur zu lernen, sie überhaupt als autonome Kultur
anzuerkennen, ziehen sich wie ein roter Faden durch die
europäische Geschichte. Kunst hat gewiß nicht die Aufgabe,
Fehler und Versäumnisse von Politik und Wirtschaft zu kompensieren.
Kunst hat aber schon immer helfen können, Annäherung und
Dialog zu ermöglichen, wo dies durch historische Prozesse erschwert war.
Was gibt es Neues aus Afrika?
Eine Ausstellung, die den afrikanisch-europäischen Dialog praktiziert.
Nicht das Produkt eines Kulturaustausch-Programms, sondern Resultat
einer Initiative von vier Togolesen und fünf Deutschen.
Die Ausstellung ist nicht Ende, sondern Anfang eines Stücks gemeinsamer Arbeit,
die sich in den nächsten Jahren mit anderen Künstlern und
anderen afrikanischen und europäischen Ländern fortsetzen wird.
Sie ist Zwischenergebnis einer intellektuellen und lebensweltlichen Auseinandersetzung.

Die Stiftung Kunst und Kultur und das Kultusministerium des Landes Nordrhein-Westfalenhaben
haben das Projekt gefördert.

Als Schirmherr wünsche ich der Ausstellung einen guten Verlauf
und regen Zuspruch und den weiteren Projektphasen Glück und Erfolg.


Johannes Rau

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